Die Nebenflüsse Sulm, Kocher, Jagst

Kocher-Tal Der Kocher und die Jagst entspringen nur wenige Kilometer voneinander entfernt in der Nähe von Aalen im Ostalbkreis und münden fast nebeneinander bei Bad Friedrichhall in den Neckar. Die Täler von Jagst und Kocher haben insbesondere am Mittellauf einen ausgesprochen ländlichen Charakter und gelten als landschaftlich besonders reizvoll. Jagst und Kocher durchfließen den Rand der Schwäbischen Alb, passieren die Frankenhöhe, graben sich in die Hohenloher Ebene ein und durchströmen das Heilbronner Land. Beide Flüsse kommen sich dabei oft recht nahe. Der Kocher-Jagst-Radweg zählt zu den beliebtesten Radtouren in Deutschland. Bad Friedrichshall-Kochendorf > Oedheim > Der bekannte Weinbauort besteht aus den Ortsteilen Oedheim und Degmarn, sowie einigen Hofgütern und Weilern. Im Ortskern befinden sich einige schöne Fachwerkgebäude (Rathaus, Witwenhaus). Der Hirschfeldpark mit Campingplatz und Naturbadeseen ist ein beliebtes Freizeitz-entrum. Neuenstadt > Im Ort mündet die Brettach in den Kocher. Das romantische Seitental ist einen Abstecher wert. Die Sadt besteht aus den Ortsteilen Neuenstadt, Stein, Kochertürn, Cleversulzbach und Bürg. Die Nikolauskirche stammt aus dem 16. Jahrhundert. Schloss und Kirche bilden eine Einheit mit dem Oberen Torturm. In der Ortsmitte von Neuenstadt haben sich einige historische Fachwerkbauten erhalten, darunter die Alte Apotheke von 1801, ein Pfarramt von 1749 sowie das Alte Forstamt. Die Lindenanlage beim Schloss ist eine historische Grünanlage vor dem Oberen Torturm, in der sich früher eine alte, angeblich tausendjährige Linde befand. Der Ortsteil und das Schloss Bürg liegen am nördlichen Uferhang des Kochertals gegenüber von Neuenstadt. Hardthausen > Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen Gochsen, Kochersteinsfeld und Lampoldshausen. Das Rathaus in Kochersteinsfeld aus dem Jahr 1808 ist ein schönes Fachwerkgebäude. Interessant ist der Schauweinberg mit Raststation zwischen Gochsen und Kochersteinsfeld. In der Nähe des Ortsteils Lampoldshausen befindet sich ein großes Versuchsgelände des DLR für Brenntests von Raketentrieb- werken für die Ariane-Raketen. Sindringen > Der Ort hat bis heute Stadtrecht und verfügt über ein mittelalterliches Stadtbild mit teilweise sanierter Stadtmauer, Stadtmühle und Schloss. Auf der Gemarkung verlief der römische Limes. An den Hängen der Kocher wurde früher Weinbau betrieben. Heute erinnert nur noch die Kelter am Schloss an diese Zeit. Forchtenberg > Die Stadt liegt im Hohenlohekreis und am Mündungsort der Kupfer in die Kocher. Sie besteht aus den Ortsteilen Forchtenberg, Sindringen, Ernsbach, Wohlmuthausen und Muthof. Forchtenberg hat eine mittelalterliche Altstadt mit teilweise erhaltener oder wiederaufgebauter Stadtmauer. Über dem Stadtkern erhebt sich die Schlossruine. Die gesamte Altstadt, die Ruine und die Friedhofskirche stehen unter Denkmalschutz. Die Mühle mit dem Weiher, das Brunnenhaus und das Würzburger Tor am Eingang der Altstadt sind die beliebtesten Fotomotive. Weißbach Die Gemeinde liegt an der Mündung des Langenbachs in die Kocher und besteht aus den Ortschaften Weißbach und Crispenhofen. An Stelle einer abgebrannten Mühle wurde Ende des 19. Jahrhunderts eine Textilfabrik gegründet. Diese wurde um 1920 zur Kunststofffabrik (d-c-fix und skai) und zum größten Arbeitgeber im Ort. Niedernhall > Die Altstadt Niedernhalls steht unter Denkmalschutz. Die Stadtmauer mit Wehrgang, Türmen und Stadttoren datiert aus dem 14. Jahrhundert. 1490 ging Götz von Berlichingen, der Ritter mit der Eisernen Faust, in Niedernhall zur Schule. Das Götzenhaus mit seinem schönen Fachwerk steht am Stadteingang am Kocher. Künzelsau > Die Kreisstadt ist Sitz mehrerer weltweit operierender Unternehmen. Mustang, Würth, Ziehl-Abegg, Berner, Rosenberg sind in ihren Branchen Marktführer. Mustang-Museum und Würth-Museum sind einen Besuch wert.
Sulm-Tal Die Sulm entspringt in den Löwen- steiner Bergen und mündet nach gut 25 km bei Bad Friedrichshall in den Neckar. Ab Neckarsulm fließt sie seit den 1970er Jahren über 2 km lang unterirdisch in Dolen. Neckarsulm > Erlenbach-Binswangen > Die Gemeinde liegt am Fuße des 317 m hohen Kaybergs im unteren Sulmtal. Mit einer Anbaufläche von rund 245 ha ist der Ort eine der größten Weinbaugemeinden Baden-Württem- bergs und einer der bekanntesten Weinorte überhaupt. Der Weinbau ist die Grundlage für die beliebte und viel gelobte Gastronomie und die gerne besuchten Besenwirtschaften im Ort. Malerische Fachwerkbauten und idyllische Gassen sind für den Weinort charakteristisch. Sehenswert sind die Wahrzeichen der Gemeinde, die beiden Barockkirchen, der Erlenbacher Marktplatz mit seinen Fachwerkbauten und dem historischen Rathaus, sowie die 1574 errichtete Binswanger Kelter, die heute das einzige Weinbaumuseum im Unterland beherbergt. Das berühmte Original Erlenbacher Weinfest findet jährlich, immer am 3. Wochenende in den Sommerferien, von Freitag bis Montag, rund um das Rathaus, statt. Über 150 erlesene Weine werden ausgeschenkt. Peterling- und Zwiebelkuchen werden in historischen Backhäusern hergestellt. Weinsberg > Die von Rebhängen geprägte Stadt besteht aus der Kernstadt und den Ortschaften Gellmersbach, Grantschen und Wimmental. Die Burgruine Weibertreu ist bekannt durch die Treue-Weiber-Begebenheit vom 21. Dezember 1140, als nach der Kapitulation der belagerten Burg die Frauen ihre Männer vor der Hin- richtung retteten, indem sie diese auf dem Rücken den Berg hinuntertrugen. Unterhalb des Berges kann man die Überreste eines römischen Gutshofs beichtigen. Der berühmteste Weinsberger ist der Dichter und Arzt Justinus Kerner. Im Hause Kerner verkehrten die Freigeister der Epoche und verewigten sich mit Inschriften in der Ruine der Burg. Ellhofen Der traditionsreiche Weinbauort liegt östlich von Weinsberg. Die Kirche zum Heiligen Kreuz, Sankt Peter und Genovefa beherbergt einen Schnitzaltar aus dem 16. Jahrhundert. Der Ellhofener Karnevalsverein veranstaltet in jedem Jahr zur Faschingszeit einen Umzug sowie diverse Prunksitzungen. Obersulm > mit den Ortsteilen Sülzbach, Willsbach, Affaltrach, Eschenau und Wieslensdorf liegt am Fuße der Löwensteiner Berge. Sehenswert in Affaltrach: Schloss, Synagoge, Johanneskirche Eichelberg: Fachwerkhäuser, Backhaus Eschenau: Schloss, Rathaus Sülzbach: Fachwerkhäuser Weiler: Schloss, Schul-Museum Willsbach: Altes Schulhaus, Bahnhof Breitenauer See > Nach zwei Hochwassern der Sulm, die das Werksgelände des für das Heilbronner Land sehr wichtigen Unternehmens Audi AG in Neckarsulm überschwemmten, wurde zwischen 1975 und 1980 der Breitenauer See als Hochwasserrückhaltebecken angelegt. Der See umfasst Wassersportanlagen für Segler und Surfer, einen Campingplatz und eine abgegrenzte Badebucht mit Liegewiese. Auch Rudern, Paddeln und Tretbootfahren sowie Angeln sind möglich. Wege mit über 60 km Länge führen Radler, Wanderer, Inliner und Jogger in die Natur rings um den See. Jährlich besuchen bis 500.000 Menschen die Anlagen. Löwenstein > Die Stadt liegt oberhalb des Sulmtales am Rand der Löwensteiner Berge. Eine Sehenwürdigkeit ist der stille Bleichsee. Von einem Wander- parkplatz führt ein schöner Rundweg um den See, wobei Ruhebänke zum Verweilen einladen. Die Burgruine Löwenstein thront über dem 230 Meter tiefer liegenden Tal der Sulm.
Jagst-Tal Bad Friedrichshall-Jagstfeld > Untergriesheim Dr Ort ist ein Stadtteil von Bad Friedrichshall. An der Jagst befindet sich eine Badestelle. Ein beliebtes Fotomotiv ist der Bahnhof. Neudenau > Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen Neudenau, Herbolzheim, Siglingen, Kreßbach und Reicherts- hausen. Das Schloss Neudenau aus dem 13. Jahrhundert ist heute ein Museum. Die gesamte Altstadt von Neudenau ist reich an historischen Fachwerkbauten, darunter das Rathaus aus dem Jahre 1587. Auch Teile der mittelalterlichen Stadtmauer mit Wehrtürmen sind erhalten. Außerhalb des Ortes befindet sich die Gangolfskapelle, zu der jährlich eine Pferdewallfahrt unter- nommen wird. In der Ortsmitte von Siglingen befindet sich eine historische Fachwerkkelter und der Gasthof Traube mit einem Kellerportal aus dem Jahre 1583. Züttlingen Beim Ort befindet sich das barocke Schloss Assumstadt, das 1760 errichtet wurde und von einer großen Parkanlage umgeben ist. Das Schloss weist eine gewisse Ähnlichkeit zum Schloss Schönbrunn in Wien auf, da Türen, Öfen, Fenster und Fußböden teilweise Kopien aus Schönbrunn sind. Möckmühl > Die Stadt liegt am Zusammenfluss von Seckach und Jagst. In der Burg hatte Götz von Berlichingen seinen Amtssitz. 1519 verteidigte Götz von Berlichingen die Stadt gegen den Schwäbischen Bund. Er wurde gefangen genommen und in Heilbronn unter Arrest gestellt. Innerhalb der weitgehend erhaltenen Stadtmauer mit Wehrgang und Wehrtürmen haben sich viele alte Bauten erhalten (unter anderem das Rathaus von 1589, das alte Pfarrhaus von 1750, das Diakonatsgebäude von 1627, ein Färberhaus von 1783, die Alte Apotheke und die ehemalige Oberamtei). Widdern > Im Ort mündet die Kessach in die Jagst. Die Gemeinde mit nur ca. 2000 Einwohner ist die zweitkleinste Stadt Baden-Württembergs. Der ehemalige Amtssitz des Vertreters des Würzburger Bischofs, das sogenannte Kaiserhaus, ist als Fachwerkgebäude erhalten. Der Kaisersaal wird für kulturelle Veranstaltungen genutzt. Jagsthausen > In der Gemeinde befinden sich drei Burgen und zwei Herrenhäuser, die zusammen mit den historischen Wirtschafts- und Wohngebäuden ein reizvolles Ensemble bilden. Die Burg Jagsthausen (auch Altes Schloss oder Götzenburg genannt) geht auf die historische Burg aus dem 14. Jahr- hundert zurück, auf der Götz von Berlichingen einige Jahre seiner Kindheit verbrachte und die später vor allem durch Goethes Drama Götz von Berlichingen bekannt wurde. Das Alte Rathaus in der Ortsmitte ist ein Fachwerkgebäude von 1513, daneben befindet sich das neue Rathaus. Eine Attraktion sind die jährlichen von Juni bis August stattfindenden Burgfestspiele Jagsthausen. Schöntal > Die Gemeinde besteht aus den Orten Aschhausen, Berlichingen, Bieringen, Marlach, Oberkessach, Schöntal, Sindeldorf, Westernhausen und Winzenhofen. In Berlichingen befindet sich die Stammburg der Herren von Berlichingen. Das Kloster Schöntal, eine ehemalige Zisterzienserabtei, gilt als die schönste geistliche Residenz der Barockzeit im Norden Baden- Württembergs. Krautheim > Die Stadt liegt am nördlichsten Punkt der Jagst und besteht aus den ehemals selbstständigen badischen Gemeinden Krautheim, Gommersdorf, Horrenbach, Klepsau, Neunstetten, Oberndorf und den württembergischen Gemeinden Altkrautheim, Ober- und Untergins- bach. Vom Tal der Jagst kann man auf die auf der Höhe gelegene gleich- namige Burg blicken. Mit einer bis zu 17 Meter hohen und bis zu 2,70 Meter dicken Schildmauer bietet sie einen imposanten Anblick. Der mächtige Bergfried bietet mit seiner Höhe von etwa 30 Metern einen Ausblick in das Jagsttal und die umliegende Landschaft. Dörzbach > In der Gemeinde gibt es drei Schlösser, darunter auch ein ehemaliges Wasser- schloss der Herren von Berlichingen das seit 1601 im Besitz der Familie von Eyb ist. Im Schloss findet jährlich die Schubertiade statt. In der romantischen Ölmühle kann heute noch Öl geschlagen werden.
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